Die Nase unserer Hunde ist ein wahres Wunderwerk. Sie ist nicht nur ein hochpräzises Werkzeug, sondern auch das höchstentwickelte Organ, das sie haben. Mit ihrer Nase erfassen sie ihre Umwelt, orientieren sich, kommunizieren und retten sogar Leben. Als Such- und Rettungshunde, Assistenzhunde oder in der medizinischen Diagnostik zeigen sie uns die außergewöhnlichen Fähigkeiten ihrer Nase und helfen uns Menschen auf beeindruckende Weise.
Hunde nehmen ihre und unsere Welt durch Gerüche wahr – in einer Detailtiefe, die für uns Menschen unvorstellbar ist. Sie erkennen chemische Veränderungen und zerlegen Gerüche in ihre kleinsten Bestandteile. Das Riechhirn eines Menschen macht nur etwa 1% Prozent des Gehirnvolumens aus, während es beim Hund etwa 10% Prozent beträgt. Zudem sind ihre Riech-Schleimhäute mit 100 bis 230 Millionen Riechzellen ausgestattet. Diese Schleimhäute filtern Partikel und Keime und unterstützen das Immunsystem. Sie sind voller Enzyme, die Bakterien abwehren und so zur Gesundheit des Hundes beitragen.
Obwohl wir wissen, wie besonders die Nase unserer Hunde ist, sind wir uns dessen wirklich bewusst? Denken wir bei der Entscheidung für einen Hund in unserem Leben genug darüber nach, welchen Einfluss Gerüche auf sie haben? Achten wir wirklich darauf?
Schauen wir uns die omnipräsente Werbung für Raumsprays oder Textilerfrischer an, dort sehen wir oft einen Hund – entspannt auf dem Sofa liegend oder völlig verschmutzt… direkt danach wird das Sofa eingesprüht oder die Luft erfrischt, weil der Hund eben Hund ist. Ohne viel nachzudenken, greifen viele zu Hundeshampoos, Cremes oder Fellkuren mit künstlichen Düften, um vermeintlich das Leben des Hundes angenehmer zu gestalten. Ist der Hund unruhig, werden künstliche Pheromonzerstäuber eingesetzt, die angeblich helfen.
Unsere Umwelt wird zunehmend belastet – eine Entwicklung, die wir Menschen selbst zu verantworten haben, Hunde haben sich das nicht ausgedacht und können ziemlich sicher darauf verzichten. Viele Produkte, die wir täglich einfach so verwenden, enthalten künstliche Duftstoffe und scharfe Chemikalien. Sie sammeln sich in der Luft, auf dem Boden und in Textilien an. Dazu gehören Reiniger, Weichspüler, Duftkerzen und Lufterfrischer und vieles mehr. Hunde sind diesen Stoffen schutzlos ausgeliefert, atmen sie intensiver ein und nehmen sie über die Haut auf.
Der Stoffwechsel eines Hundes ist darauf ausgelegt, natürliche Gerüche zu verarbeiten – nicht industriell hergestellte Duftstoffe und Substanzen!
Wir suchen nach Erklärungen für allergische Reaktionen, Hautprobleme oder Verhaltensauffälligkeiten, ohne zu bedenken, dass die Umweltgifte eine entscheidende Rolle spielen. Chemische Substanzen überwinden leicht das körpereigene Schutzsystem der Blut-Hirn-Schranke und gelangen direkt ins limbische System, das Emotionszentrum des Gehirns, wo sie ungehindert wirken können.
Hunde zeigen uns deutlich, was ihnen guttut und was nicht. Sie meiden bestimmte Gerüche oder reagieren mit gesundheitlichen Beschwerden, wenn sie Unverträgliches in ihrer Umgebung wahrnehmen. Gleichzeitig suchen sie aktiv nach dem, was sie brauchen. Sie schnuppern an Rosmarin oder Moos, fressen Gras und Blüten oder nehmen instinktiv Kot auf – nicht aus Unwissenheit, sondern weil ihrem Körper etwas fehlt. Sie haben ein feines Gespür für die Nährstoffe, die sie benötigen. Doch anstatt diese Zeichen zu erkennen, greifen wir oft zu schnellen Lösungen und kaufen z.B. Anti-Kotfress-Leckerlis. Durch unser hektisches Leben sind wir oft abgelenkt und nehmen gar nicht wahr, woran unser Hund eigentlich gerne schnüffelt und was er uns noch alles zeigt in seiner Sprache.
Wild lebende Hunde wissen genau, welche Pflanzen ihnen bei Beschwerden helfen. Die Selbstheilungskräfte unserer Hunde sind bemerkenswert und benötigen oft nur einen kleinen Impuls. Ihre Zellregeneration ist effektiver als die des Menschen. Sie grübeln nicht, haben keine Meinungen oder Vorurteile – sie leben im Hier und Jetzt. Anders als wir Menschen stehen sie Naturheilmethoden nicht skeptisch gegenüber, sondern nutzen intuitiv genau das, was ihnen hilft, die Natur ist Ihre Welt.
Die Wirkung ätherischer Öle mit ihren natürlichen Wirkstoffen auf Hunde ist enorm. Werden die Inhaltsstoffe über die Haut oder das Fell aufgenommen, gelangen sie direkt über die Blutbahn ins limbische System. Werden die Duftstoffe über die 230 Millionen Geruchszellen aufgenommen, gelangen sie über das Riechhirn ins Emotionszentrum. Da dieses bei verhaltensauffälligen Hunden besonders aktiv ist, kann mit ätherischen Ölen direkt an der Ursache des Verhaltens gearbeitet werden. Je nach Zusammensetzung der Öle werden unterschiedliche Nerven stimuliert, die wiederum verschiedene Reaktionen hervorrufen.
Unsere täglichen Entscheidungen beeinflussen nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das unserer Hunde. Indem wir bewusst darauf achten, welche Stoffe wir in ihre Umgebung bringen, was sie einatmen und aufnehmen, ermöglichen wir ihnen ein gesundes und glückliches Leben. Ein artgerechtes Zuhause bedeutet nicht nur gesunde Ernährung und Bewegung, sondern auch eine natürliche, giftfreie Umgebung.
Hunde zeigen uns so viel – wir müssen nur wieder lernen, genauer hinzuschauen, zuzuhören und zu staunen.
Ich wünsche mir für alle Hunde, dass wir aufhören, sie nur an unserer Vorstellung von Gehorsam zu messen. Stattdessen sollten wir uns bemühen, sie wirklich zu verstehen – ihre einzigartige Persönlichkeit ganzheitlich anzunehmen, mit ihnen statt gegen sie zu arbeiten und herauszufinden, wie wir sie auf eine Weise erreichen können, die ihrer Natur entspricht.