Reagieren Hunde plötzlich übermäßig allergisch oder sind sie hyperaktiv? Oder liegt es einfach daran, wie wir mit ihnen leben, sie füttern und sie wahrnehmen? Hunde sind und bleiben Tiere mit ihren eigenen natürlichen Bedürfnissen. Sie brauchen Ruhe, klare Strukturen und eine Ernährung, die ihr System komplett unterstützt. Körperliche und emotionale Gesundheit gehen Hand in Hand.

Die Symptome von Allergien und Hyperaktivität sehen sehr gleich aus…

  • Juckreiz, ständiges Lecken oder Kratzen
  • Rastlosigkeit und Unfähigkeit zur Ruhe
  • Fehlender Tiefschlaf
  • Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Blähungen
  • Überreaktionen auf Umweltreize
  • Hautprobleme, Haarausfall oder stumpfes Fell
  • Konzentrationsschwierigkeiten und geringe Reaktionsfähigkeit

Ist es also eine Allergie oder doch eine Verhaltensfrage?
Die endlose Suche nach der Ursache beginnt – und man dreht sich im Kreis. Man sucht Hilfe in Medikamenten, die nicht wirken, nur kurz wirken oder verrückte Nebenwirkungen auslösen. Man wählt sogenanntes Spezialfutter immer wieder aufs Neue, da irgendwie keines davon das richtige zu sein scheint. Das alles führt zu noch mehr Stress und Unklarheit und zu hohen Kosten. Dass sich im Kreis drehen hilft, weder dir noch deinem Hund, führt unweigerlich zu mehr Stress und Unklarheit. 

Dabei ist die Lösung einfach und klar.

Der Darm IST das Zentrum von Gesundheit UND Verhalten.

70–80 % des Immunsystems sitzen im Darm. Eine Allergie ist eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe. Ist die Darmbarriere geschwächt, gelangen unerwünschte Stoffe in den Blutkreislauf. Eine gestörte Darmflora bringt das Immunsystem aus dem Gleichgewicht und wirkt sich negativ auf Haut, Ohren und Verhalten aus. Ursachen dafür sind lang anhaltender negativer Stress, falsche Ernährung, Medikamente, Infektionen und Umweltgifte.

90 % des Serotonins wird im Darm produziert. Serotonin ist ein essenzieller Neurotransmitter, der für Entspannung und emotionale Stabilität sorgt. Eine gestörte Darmflora verringert die Serotoninproduktion – und beeinflusst damit direkt das Verhalten deines Hundes. Ursachen dafür sind lang anhaltender negativer Stress, zu viel oder zu wenig Bewegung sowie falsche Ernährung. Neben Serotonin reguliert eine gesunde Darmflora auch viele der anderen wichtige Botenstoffe wie Dopamin, Cortisol, GABA und Oxytocin, das geliebte Bindungshormon.

Bist du dir nicht sicher, ob dein Hund eine Allergie hat? Dann ist eine Ausschlussdiät auf Basis natürlicher Ernährung meiner Meinung nach der einzige zielführende Weg. Häufig ist nicht die eine bestimmte Fleischsorten das Problem, sondern Zusatzstoffe in hochverarbeitetem Futter/Spezialfutter. Kein Allergietest kann all diese Zusatzstoffe anzeigen!

Hat man alles weitere wie z.B. eine Schilddrüsenfehlfunktion tierärztlich ausgeschlossen, wird es Zeit, das eigene Verhalten und das Verhalten des Hundes genauer unter die Lupe zu nehmen. Ist er wirklich entspannt – oder wirkt er nur so? Manche Hunde zeigen ihre innere Unruhe nicht durch offensichtliche “Reaktivität”, sondern durch eine subtile, fast trügerische Rastlosigkeit. Auch ein Hund mit scheinbar endloser Geduld und ohne deutliche Meinung kann klare Anzeichen von Hyperaktivität zeigen.

Wenn du dir medizinische Klarheit wünscht, kannst du diese über ein Blutbild bekommen, das den Serotoninspiegel misst. 

Wenn es um Verhalten geht, kann sich jeder selbst fragen, ob sein Hund weiß das Ruhe Ruhe ist. Nichts anderes. Ein Hund, der wirklich entspannt ist, liegt locker, atmet ruhig, ist neutral, schläft tief, bewegt sich wenig. Aussagen wie “so ist er halt” oder “das macht er schon immer so” oder “ach das ist typisch für die Rasse” oder “der ist noch jung” sind nicht hilfreich, sondern eher als zweifelhaft anzusehen. Hunde sind Hunde mit dem fest verankertem natürlichen Bedürfnis der Ruhe. Sie sind Meister, wenn es um Energiesparen geht.

Serotonin 

Die Unterstützung der Serotoninproduktion ist besonders bei Hyperaktivität wichtig, da Serotonin eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Impulsivität und Konzentrationsfähigkeit spielt. 

Serotonin wird aus der Aminosäure L-Tryptophan gewonnen, die in eiweißreicher Nahrung enthalten ist. Allerdings muss die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwunden werden, das gelingt nur mit den “richtigen” Kohlenhydraten.

Ich halte diese theoretische Erklärung bewusst kurz – Informationen über Hunde gibt es überall. Klare und praktische Lösungen hingegen sucht man oft vergebens.

Serotonin Booster wir brauchen…

Kohlenhydrate mit wenig Tyrosin

  • Kartoffeln
  • Süßkartoffeln
  • Weißer Reis

Obwohl Kartoffeln und Reis nicht besonders nährstoffreich sind, spielen sie jetzt die entscheidende Rolle – genau diese Eigenschaften machen sie zur idealen Unterstützung für die Serotoninproduktion.

Vitamin B6, ist essentiell für die Serotoninsynthese.

  • Sonnenblumenkerne

L-Tryptophan wird durch Nahrung aufgenommen.

  • Kürbiskerne

Beide Samensorten wollen gehackt oder zerkleinert werden, damit sie optimal verdaut werden können.

Fütterungsempfehlung

Fütterung #1
Mäßiger Anteil tierischer Proteinquelle (Fisch/Fleisch), Gemüse, geeignete Kohlenhydrate

Fütterung #2
Hoher Anteil tierischer Proteinquelle (Fisch/Fleisch), Gemüse, Sonnenblumen- und Kürbiskerne ohne Kohlenhydrate.

Dosierung: Lass einen Teil der üblichen Menge weg und ersetze den Energiegehalt durch die genannten Zutaten. 

Natürlich könnte man auch da wieder die Waage auspacken, und somit das so einfache Thema unnötig kompliziert machen – aber das entspricht nicht meiner Philosophie.

Timing ist alles!
Mit den unterschiedlichen Fütterungszeiten beeinflusst du aktiv die Verstoffwechslung und hilfst, dass es an der Blut-Hirn-Schranke nicht zum Konkurrenzkampf von Tyrosin kommt.

Ein Serotoninüberschuss ist nicht zu erwarten, ein gesunder Körper reguliert sich selbständig, zudem ist ein Überschuss ausschließlich durch natürliche Nahrung  praktisch nicht möglich.

Der Fokus liegt darauf, es leicht und einfach zu gestalten, um die Serotonin Produktion auf natürliche Art bestmöglich zu aktivieren. 

Dieser “Serotonin Booster” ist sinnvoll für alle, die bereits roh oder/und gekocht füttern.

Auch ist diese Ergänzung sinnvoll für diejenigen, die hochwertiges Trockenfutter/Nassfutter mit einer vollständigen 100%-Deklaration füttern und somit wissen, was drin ist.

Unmöglich wird es jedoch bei hoch verarbeiteten, intransparenten Futter ohne vollständige Deklaration. Hier ist und bleibt es undurchsichtig! Ganz egal ob 60% oder 80% des Inhalts angegeben werden.

Dieses so einfache, überall kaufbare Futter ist alles andere als einfach und sinnvoll, besonders wenn es um die langfristige Gesundheit geht, da schließe ich auch sogenanntes Spezialfutter mit ein.

Wenn man nicht zu 100% weiß, was man füttert, kann man nichts steuern oder ausschließen. 

Ernährung, Gesundheit, gezeigtes gewünschtes oder auch nicht gewünschtes Verhalten deines Hundes hängen untrennbar zusammen. Nur ein gesunder Darm bildet die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Wenn der Darm nicht optimal versorgt wird, arbeitet weder der Körper noch das Gehirn gesund und richtig.

Ein ganzheitlicher Blick lohnt sich immer ganz besonders bei diesen Themen – und wir, die Menschen unserer Hunde, haben mehr in der Hand, als wir oft denken und uns bewusst sind.

Manchmal reicht ein kleiner Impuls, um die Dinge plötzlich anders zu sehen. Ich wünsche mir von Herzen, dass genau dieser Moment jetzt für dich kommt und du erkennst, was es für natürliche und einfache Möglichkeiten gibt. 

Der erste Schritt aus dem Karussell der nicht endenden Suche ist einfach – und jeder weitere Schritt wird das Leben für deinen Hund und dich spürbar verbessern.